Donnerstag, 17. Januar 2013

Sehenswerte Ausstellung auf der Burg Schönfels „Weihnachten im Kirchberger Ländchen. Eine Nachlese“







Sehenswerte Ausstellung auf der Burg Schönfels

„Weihnachten im Kirchberger Ländchen. Eine Nachlese“ 

Während der Geschichtsrecherchen zur 800-Jahrfeier der Stadt Kirchberg entstand in Zusammenarbeit des in Kirchberg geborenen Autors Günter Hummel mit der Leiterin des Museums Burg Schönfels die Idee, das Thema „Weihnachten im Kirchberger Ländchen“ durch eine Ausstellung zu würdigen.

Diese Ausstellung im Nachgang – oder treffender, um den Vergleich mit einem edlen Tropfen zu wagen – die kredenzte Spätlese zum Weihnachtsfest stellt etwas Besonderes dar. Wenn hierfür die nachweihnachtliche Zeit in Anspruch genommen werden musste, ist dies der verständlichen Tatsache geschuldet, dass kein Leihgeber seine Schätze zur Weihnachtszeit vermissen möchte. Mit dieser Ausstellung wird an eine alte Kirchberger Tradition angeknüpft, bei der in der Vor- und Nachweihnachtszeit nicht nur im Städtchen, sondern auch in Weißbach, Hartmannsdorf, Wolfersgrün oder Niedercrinitz Weihnachtsausstellungen mit Familien- und Kirchenschätzen in der Öffentlichkeit zu zeigen. Die Burg Schönfels mit seinem geradezu märchenhaften Ambiente passt so recht dazu, Weihnachtszauber zu vermitteln. Das „Kirchberger Ländchen“, das im Wesentlichen das Einzugsgebiet des Rödelbaches zwischen Erzgebirge und Vogtland - des sogenannten Kirchberger Granitgebietes - darstellt, kann man weder geschichtlich, volkskundlich, kulturell oder gar geologisch eindeutig dem Erzgebirge noch dem Vogtland zuordnen. Es erweist sich aber als ein wichtiges Bindeglied zu beiden Landschaftsräumen mit viel unverwechselbar Eigenständigem. Das gilt auch und gerade für das Weihnachtsbrauchtum. Die Ausstellung umspannt ein halbes Jahrtausend. An Stelle früher Schriftquellen treten spätmittelalterliche Plastiken; Maria mit dem Kind, Engel und das überregionale Bornkinnel zeugen von jener und nachfolgenden Epochen. Mit dem Wandel vom reinen Kirchen- zum Familienfest kam im 19. Jahrhundert neues Brauchtum hinzu. Als Beispiele mögen Lichterbergmann und Lichterengel (letzterer war als Schwebeengel und Deckenleuchter schon länger hier beheimatet), Paradiesgarten und „der Barg“, das Moosmännel, der sich erst allmählich flächendeckend durchsetzende Tannenbaum und der im Kirchberger Raum typische Drehturm dienen. Gerade letzterer hat im Gebiet um Kirchberg eine eigenständige, auf die örtlichen „Bitzler“, d. h. die begabten Laienbastler, zurückgehende Form entwickelt. 

Die Ausstellung unternimmt den Versuch, die Weihnachtszeit, wie sie einst im Kirchberger Ländchen verlief, rückblickend aufzuzeigen. Vieles kann nur angedeutet werden; manches wird erstmals so deutlich vorgestellt, darunter eben auch die Drehturm-Produktion und deren Unterschied zur erzgebirgischen „Pyremett“. 

Zahlreiche Leihgeber (Museen, nicht zuletzt 15 Privatpersonen bzw. Familien) haben mit dem Thema im Zusammenhang stehende Schätze zur Verfügung gestellt. Zu sehen sind zahlreiche Exponate wie sakrale Plastiken, Drehtürme, Moosmännel, Stroharbeiten, Leuchterengel und Spinnen. Die Ausstellungsgestalter erhoffen sich neben vielen interessierten Besuchern das Auffinden weiterer Objekte und einen Synergie-Effekt, damit aus diesem „Appetitmachen“ weitere Aktivitäten folgen können. Ein Besuch der Ausstellung, die vom 27. Januar bis zum 24. Februar 2013 auf der Burg Schönfels zu sehen sein wird, lohnt sich für Alt und Jung. 


Quelle: Museum Burg Schönfels



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