Arbeitslager Jáchymov - Lesung zu unbequemen Wahrheiten
Josef Haslinger am 11. April im Erzhammer in Annaberg-Buchholz
Der Aufbau der Atommacht Sowjetunion und ihre zivilen
Opfer: So oder ähnlich könnte man eine Lesung überschreiben, die am Donnerstag,
dem 11.
April 2013 ins Haus des Gastes Erzhammer nach
Annaberg-Buchholz einlädt. Ab 20:00 Uhr gibt Josef Haslinger, Professor für
literarische Ästhetik am Deutschen Literaturinstitut Leipzig, im Musikzimmer
des erzgebirgischen Kulturzentrums bewegende Einblicke in seinen aktuellen
Roman „Jachymov“.
Entstanden ist er auf der Grundlage authentischer
Ereignisse in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg, als das Wettrüsten in seine
heiße Phase trat und in der Sowjetunion fieberhaft an eigenen Atombomben gebaut
wurde. Das älteste Radium-Sole-Heilbad der Welt nahm dabei aufgrund seiner
Uran-Vorkommen eine Schlüsselstellung ein.
Ohne Rücksicht auf Verluste wurde der begehrte Rohstoff
über Jahre hinweg abgebaut. In Arbeitslagern mussten ungezählte Zwangsarbeiter
unter unsäglichen Bedingungen schuften. Selbst Prominente waren nicht gefeit
davor, in den Gruben vom herrschenden stalinistischen Regime im wahrsten Sinne
des Wortes „verheizt“ zu werden.
Haslingers Roman greift die wahre Geschichte der tschechischen
Eishockey-Nationalmannschaft auf, die in den dreißiger Jahren viele Stars
hervorbrachte. Nach dem Krieg wurden einige dieser Spitzensportler als
Landesverräter verurteilt und in die Arbeitslager nach Jachymov gebracht.
Am Beispiel des Torwartes Bohumil Modrý erzählt Haslinger
einen Leidensweg, der nach fünf Jahren mit einer Amnestie zwar vorerst endete,
den der einstige Sportstar jedoch durch die Spätfolgen der Schwerstarbeit 1963
mit dem Tod bezahlen musste.
Josef Haslinger, 1955 in Zwettl/Niederösterreich geboren,
lebt in Wien und Leipzig. Seit 1996 lehrt er als Professor für literarische
Ästhetik am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Nach der Veröffentlichung
mehrerer Romane erschien im Herbst 2011sein Buch Jáchymov. Haslinger erhielt
zahlreiche Preise, zuletzt den Preis der Stadt Wien, den Ehrenpreis des
österreichischen Buchhandels und den Rheingau Literaturpreis.
Karten sind in der Tourist-Information Annaberg-Buchholz,
Buchholzer Straße 2, 09456 Annaberg-Buchholz im Vorverkauf für 5,00 €, an der
Abendkasse für 6,00 € erhältlich.
Telefon: (03733) 19433, E-Mail: tourist-info@annaberg-buchholz.de

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