Freitag, 3. Februar 2012

Polizei bittet um Mithilfe bei der Aufklärung von mehreren Betrugsfällen in Chemnitz



Die Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge informierte bereits über das Vorgehen von Betrügern in Chemnitz, die sich offensichtlich zielgerichtet an Spätaussiedler gerichtet hatten.
Eine 52-jährige, aus Usbekistan stammende Frau erhielt am Abend des 10. Januar 2012 einen Anruf. Es meldete sich eine unbekannte Frau, die weinte und der 52-Jährigen erzählte, dass ein Unfall mit einem Baby geschehen sei. Da die Tochter der Frau tatsächlich zu dieser Zeit mit einem Säugling unterwegs war, nahm die Frau an, es würde sich tatsächlich um ihre Tochter handeln. Nun meldete sich ein Mann am Telefon. Dieser gab an, Jurist/Rechtsanwalt zu sein. Er erzählte von einem Unfall, bei dem ein anderes Mädchen verletzt worden sei und nun Operationskosten in Höhe von 23.000 Euro fällig seien. Diese müssten von der Frau beglichen werden, da ihre Tochter sonst bis zu drei Jahren ins Gefängnis müsse. Die Angerufene gab an, nicht so viel Geld zu Hause zu haben, woraufhin der vermeintliche Anwalt sagte, dass auch weniger genügen würde. Nach einer kurzen Unterbrechung rief der „Anwalt“ erneut an und bat die Frau, einen Zettel in russischer Sprache zu verfassen, auf dem sie die Nummern von den zu übergebenen Scheinen notieren sollte. Außerdem sollte sie sinngemäß angeben, mit der Zahlung einverstanden zu sein und die Stückelung der übergebenen Geldscheine aufschreiben. Das wäre notwendig, da die vermeintlichen Unfallopfer aus Litauen in Deutschland zu Besuch wären. Das gesamte Gespräch wurde in russischer Sprache geführt. Während sie noch telefonierte, klingelte ein unbekannter Mann an ihrer Wohnung in der Bruno-Granz-Straße, der seinerseits ebenfalls gerade ein Telefongespräch führte. Die Frau übergab ihm gegen 21 Uhr eine Geldsumme. Der Unbekannte zählte das Geld oberflächlich, meinte es sei alles klar, unterschrieb den vorgefertigten Zettel und machte sich aus dem Staub. Wenige Minuten später brach der vermeintliche Anwalt das Telefonat ab. Etwa eine halbe Stunde nach dem letzten Telefonat rief die echte Tochter der 52-Jährigen an und der Schwindel flog auf. Die Frau konnte den Mann, der das Geld entgegengenommen hat, folgendermaßen beschreiben:

Er ist etwa 40 bis 45 Jahre alt, schlank und ca. 1,70 m groß. Er hatte ein rundes Gesicht mit eingefallenen Wangen sowie einen kleinen Bart. Seine kurzen, dunkelblonden Haare waren nach vorn gekämmt. Seine Augen waren dunkel. Bekleidet war er am besagten Tag mit einer schwarzen Jeanshose sowie einer kurzen, beigefarbenen Jacke. Er sprach mit russischem Dialekt.
An diesem 10. Januar 2012 wurden der Polizei noch weitere vier Fälle in Chemnitz angezeigt, die mit dem gleichen Modus Operandi verübt wurden. Dabei gelang es den Unbekannten nur in einem Fall, Geld zu ergaunern. Die übrigen drei sind noch rechtzeitig, vor einer etwaigen Geldübergabe aufgeflogen. Bei allen Angerufenen handelt es sich um russische Spätaussiedlerinnen (3 x 40, 52, 73).
Die Polizei bittet um Mithilfe bei der Suche nach dem unbekannten Geldabholer. Wer kennt den Mann auf dem Phantombild und kann Angaben zu dessen Identität machen? Wem sind am 10. Januar 2012 Fahrzeuge im Bereich der Bruno-Granz-Straße, der Barbarossastraße sowie der Arndtstraße aufgefallen, die mit den Taten in Zusammenhang stehen könnten? Personen, die ebenfalls derartige Anrufe erhielten und bislang noch keine Anzeige erstattet haben, werden gebeten, sich zu melden. Hinweise nimmt die Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge unter Tel. 0371 387-2279 entgegen.

1 Kommentar:

  1. Ich möchte dir danke sagen für diesen Beitrag. Diese Information war sehr hilfreich. Bitte mach weiter mit der guten Arbeit und ich freue mich auf mehr.partnervermittlung russland

    AntwortenLöschen